Gesundheitliche Folgen der Coronakrise aus ganzheitlicher Sicht

Dass unser Immunsystem nicht bloß ein Abwehrsystem, sondern auch ein Integrationssystem ist, das sich in der aktiven Auseinandersetzung mit Bakterien, Viren und Toxinen zu einer immer höheren Integrität entwickelt, erscheint zunächst als ungewöhnlicher Gedanke. So manche übersteigerten Ängste können sich jedoch lösen, sobald man das Verständnis des menschlichen Immunsystems in dieser Hinsicht erweitert.

Um zu einer immunkräftigen Integrität zu gelangen, bedarf es allerdings einer Überwindung derjenigen Tendenz, welche sich in Zeiten von Quarantäne und „Social Distancing“  nun zunehmend auszubreiten droht: einer Art kollektiven Apathie und passiver Hoffnung auf äußere Autoritäten und staatlich verordnete Maßnahmen. Richtet sich der Mensch hingegen zu einer eigenständigen Urteilskraft in mutiger Auseinandersetzung mit dem Zeitgeschehen auf, erfährt er sogleich eine ungemeine Steigerung seiner Immunkapazität. Die heute fast ohne Unterlass auf uns einströmenden medialen Suggestionen, kollektiven Ängste und systempolitischen Motive verlieren hierbei ihre Wirksamkeit. Sie können in unserem Inneren ebenso identifiziert und ausgeschieden bzw. an die richtige Stelle gerückt werden wie fremde Erreger von unserem Immunsystem. Zu einer solchen Auseinandersetzung bedarf es jedoch selbst gewählter Gedanken, die man aktiv forschend ergründet und mit denen man sich dann äußeren Einflüssen weitgehend unbeschadet entgegenstellen kann.

Fehlt im Zuge der Coronakrise eine solche eigenständige Auseinandersetzung und folgt der Einzelne nur den medial vermittelten Information und Maßnahmen, dann schwächt er sich sukzessive selbst und macht sich vulnerabel für mitunter schwerwiegende Pathologien bis hin zu Zelldegeneration.

In einem jüngsten Artikel des Heilpraktikers Heinz Grill, der sich in seinem schriftstellerischen Werk auch intensiv mit der Krebskrankheit auseinandergesetzt hat (siehe Buch „Erklärung, Prophylaxe und Therapie der Krebskrankheit“), spricht dieser von einem großen Zweikampf, der derzeit im Menschen stattfindet: dem Kampf zwischen eigenständiger Urteilsbildung und suggestiver Überfremdung. Er schildert drei große Krankheitsbilder, die nun als Folge des Corona-Lockdowns mit gehäufter Inzidenz zu erwarten sind, wenn diese Überfremdung nicht durch eigenständige Urteilsbildung überwunden wird:

1.) Höhere Infektanfälligkeit
2.) Karzinombildung
3.) Frühzeitige Demenzentwicklung

Die hierbei beschriebenen Szenarien sind keinesfalls  als Determination zu sehen, es liegt vielmehr jeweils in der Entscheidung des Einzelnen, welchen Weg er beschreiten möchte – den der kollektiven Vereinnahmung (und damit der Pathologie) oder den der selbstbestimmten Aktivität (und damit der Gesundheit).

Auszug aus dem Artikel:
(Autor: Heinz Grill, Heilpraktiker, Buchautor, Referent, zertifizierter Therapeut und Dozent für Anthroposophische Heilkunde / AGAHP®)

„So wie ein Bakterium oder ein Virus vom Organismus als fremde Realität erkannt werden muss, im gleichen Maße könnten heute die Suggestionen des Zeitgeschehens, die sich über Medien und kollektiv vereinnahmende Ängste bis in die tiefen Gefühle des Menschen festsetzen, ebenfalls als etwas Fremdes identifiziert werden. Fehlt aber die Auseinandersetzung des Bürgers mit den Hintergründen und Phänomenen dieser Krankheit, die die gesamte Öffentlichkeit in Bann hält, und versucht er sich nur kompensatorisch, wie es die Behörden propagieren, vor Ansteckung zur schützen, nimmt er unbewusst falsche Realitäten und letzten Endes die Ängste von Anderen und systempolitischen Motiven in sich auf. Er folgt kompromisslos dem Lockdown und bleibt in den Isolationen. Diese schwächen bekannterweise weiterhin die Leukozyten und die Immunabwehr. Man kann ahnen, wie sehr der Mensch sich schwächt, wenn er jetzt kein Rückgrat zeigt und sein Bewusstsein nicht mit eigener Beurteilungsfähigkeit aktiviert. Gerade das Auftreten eines Virus müsste im höchsten Maße eine wahrnehmende, detaillierte und eigenständige Bewusstseinstätigkeit entfachen, denn diese würde den Menschen am besten zu seiner Entwicklung und schließlich möglichen Integrität verhelfen. Die Realität zeigt aber in vielen Anteilen der Gesellschaft eine Form der Selbstaufgabe mit einem passiven Hoffen auf eine Zukunft, in der alles wieder gut werden könne. Drei große Krankheitsbilder werden wohl in der Zukunft einen immensen Zuwachs erhalten: das sind weitere, komplizierter werdende Infektionen mit Viren und Bakterien, sodann die Karzinombildung und die frühzeitige Demenzentwicklung. Die Erklärung für diese Prognose kann durch die Kenntnisse der einzelnen Krankheitsbilder, wie sie sich aus den Entwicklungsfragen des Menschseins ergeben, erfolgen. (…) Die Virusinfektion mit Covid darf man durchaus als eine Krankheit sehen, die in Zusammenhang mit Suggestionen ihre Bedeutung hat und den Menschen zu einer besseren Erkenntnisbildung auffordert. Die komplizierteren Infektionen, schließlich die Krebskrankheit und die Demenz müssen unweigerlich als Prozesse auf die passiven und apathischen Reaktionsverhältnisse, die in der Gesellschaft leider viel zu viel vorherrschen, folgen.

1.) Die höhere Infektanfälligkeit

Jeder Bürger benötigt für seine Entwicklung eine ausreichende Dynamik mit verschiedenen Kontakten und Begegnungen. Bleibt er nur in seinen familiären Kreisen, trifft er nur auf die immer wieder gleich gesonnen, wohlbekannten Verhältnisse im personalen Umgang, muss er sich bequemerweise nicht mit den verschiedenen psychischen und physischen Unterschieden anderer, das heißt unbekannter Dritter auseinandersetzen. Es fehlt die gesunde, spannungserzeugende Anforderung für das Individuum. Er nimmt nur an der Bakterienwelt, die ihm in der Familie bekannt ist, teil und es fehlt ihm am nötigen Training seines eigenen Immunsystems. Sobald die strengen Maßnahmen, die zum Beispiel in Italien um mehrfaches enger und einseitiger als in Deutschland geartet sind, nachgelassen werden und der Bürger wieder mit seinem Nächsten in eine natürliche Verbindung tritt, ist er in erhöhtem Maße gegenüber verschiedenen Keimen vulnerabel. Hinzu kommen beispielsweise die extremen Desinfizierungsmaßnahmen, die mehrfach an den Händen und im Gesicht dem gewöhnlichen Bürger auferlegt werden.

Indem die Menschen Masken tragen müssen, werden sie in ihrer Wahrnehmungsfähigkeit mit dem Geruchssinn und allgemein mit der Empfindung gegenüber der fließenden Atmung, die eine natürliche erfrischende Luftzirkulation darstellt, herabgeschwächt. Zwischen eine sensible, wahrnehmende Begegnung mit den anderen drängt sich die Angst vor Ansteckung, die stets dominierend mit der künstlichen Maske die Sinne begleitet. Die Lunge ist das Organ, das mit der Umwelt mehr innerlich kommuniziert, während die Haut an der Peripherie extern ihre Kontakte entwickelt. Indem der Atemstrom durch die Maske einen Filterungsprozess erhält und letzten Endes  zurückgeschnürt wird, sodass sich Kohlendioxid zurückstaut, schwächt sich naturgegeben  das Lungenorgan. Die Anfälligkeit für weitere Infekte steigt und schließlich können sich, wenn diese Maßnahmen zu lange dauern, umso leichter Zelldegenerationen im Bronchialsystem entwickeln. Das Umweltorgan der Lunge wird durch die Maske von der Umwelt mit ihrer feinfühligen Wahrnehmung abgeschirmt. 

2. ) Die Entstehung von Krebs:

Die Tumorbildungen treten in der Regel dann ein wenn, anthroposophisch gesprochen, die höheren Wesensglieder schwächer werden und somit die unteren Glieder nicht mehr richtig durchdringen können. Das Ich und der Astralleib müssen in ihrer Erkraftung eine ständige produktive Förderung erhalten, damit sie in ihrem wärmebildenden und lichten Charakter die Lebenskräfte, das heißt den Ätherleib und schließlich den Zellorganismus beleben, erneuern und verwandeln können. Es wird jedoch die eigenartige, der Gesundheit vollkommen widersprechende These propagiert, die besagt, dass man seine persönlichen freiheitlichen Bedürfnisse, seine Aktivitäten in Begegnung mit anderen und sogar, wie es in Italien ist, seine körperlichen Bewegungsbedürfnisse opfern müsse, um die Gesundheit zu retten. Dieser Irrtum, wenn er in den Menschen einmal zu tief eingedrungen ist und wenn er ein Vermeidungsverhalten bewirkt, um der Angst vor Ansteckung zu entrinnen, erschöpft diese Unlogik den Menschen Tag für Tag und er wird bald nicht mehr mit einer gesunden Entzündung sondern mit einer Zelldegeneration reagieren. Die Tumorbildung fördert sich aber auch, wenn der Bürger zu extreme Hygiene mit Desinfizierungsmaßnahmen betreibt und bei jeder geringen Fieberreaktion sogleich zu Ibuprofen greift. 

3.) Die Demenzerkrankung:

Indem allgemein die aktiven, bewusstseinsorientierenden Denkkräfte weniger in eine Förderleistung gebracht werden, sondern Medien das Denken des Menschen ersetzen und diesen im kollektiven Meinungsstrom flussabwärts reißen, fehlt ihm die tägliche gesunde Synapsenbildung im Gehirn. Er bemerkt gar nicht, wie ihm das Entgegennehmen der täglichen Zahlen über die Medien regelrecht wertvollste Ätherkräfte, oder, anders ausgedrückt, aktiv zu entfaltende Interessensmöglichkeiten raubt und er sich nur an eine passive Hoffnung mit einer von der Politik oder allgemein von oben kommenden Lösung klammert. Ein Virus kann sich nicht so leicht im Organismus entfalten, wenn der Patient eine natürliche Sonnenexposition aufsucht. Es bilden sich die nötigen Cholecalciferolanreicherungen für das Vitamin D, das für das Funktionieren des Immunsystems als wichtig erachtet wird. Wie bedeutungsvoll wäre aber darüberhinaus die persönliche und aktive Auseinandersetzung mit dem Bild der Krankheit, mit dem Zeitgeschehen und mit sinnvollen Lebensfragen. Die beste Aktivität zur Immunstärkung entwickelt sich dann, wenn eine esoterische Aussage [Anm. d. Verf.: mit „esoterisch“ ist nicht die unter diesem Begriff gemeinhin verstandene Trivialliteratur gemeint, sondern anspruchsvolle philosophische und geisteswissenschaftliche Texte wie etwa aus dem Werk Rudolf Steiners]  übungsgemäß und praktisch bis in eine exoterische und sozialfähige Ausgestaltung gebracht wird. Mentale Aktivität, die nicht nur intellektualistisch bleibt, sondern bis in die Praxis der Welt vordringt, ist heilsam. Wie essentiell würde deshalb das Immunsystem erkraften, wenn den Suggestionen der Zeit eine ausreichende, eigenständige, fundierte Urteilsbildung mit holistischer Umfasstheit entgegengesetzt werden würde.
(…)

Quelle / ganzer Artikel: https://www.agahp.org/app/download/18533645525/Gesundheitliche+Folgen+der+Coronakrise.pdf?t=1588528976

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Gesund bleiben im „Lock Down“-Modus – Über Verlust und Wiedergewinnung des Atemraums in der Coronakrise

In fast stündlichem Abstand werden neue, rigorose Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verordnet. Wie gebannt harren wir den Pressekonferenzen und Entscheidungen von Politikern. Sind wir in dieser Situation nun zum bloßen Zuschauerdasein verurteilt und ist die Lösung der Krise Sache von „Experten“? Dürfen wir uns jetzt in die Hand politischer Maßregelung begeben, der die Bürger ansonsten laut statistischer Erhebungen so wenig Vertrauen entgegenbringen wie noch nie? Oder fordert uns die gegenwärtige Krise nicht geradewegs auf, selbst Regie zu ergreifen und uns zu eigenständigem Denken durchzuringen?

Denn trotz aller staatlich verordneter Schutzmaßnahmen wird von Regierungssprechern offen ausgesprochen, dass die Ausbreitung des Virus damit nur verlangsamt werden könne, ein weiterer exponentieller Anstieg an Neuinfektionen jedoch nicht vermeidbar sei. Nach Einschätzung anerkannter Experten u.a. der Harvard-Universität werde der neue Virus im Laufe der Zeit ca. 60-80% der Gesamtbevölkerung erfassen. Die Gefährlichkeit des neuen Coronavirus CoV-2  im Vergleich zu bisherigen, saisonal auftretenden Influenza- und Coronaviren wird von Experten kontrovers beurteilt und kann nach derzeitiger Datenlage noch nicht valide abgeschätzt werden (auch den gewöhnlichen Grippeviren werden alleine in Deutschland jährlich zwischen 20.000 und 30.000 Todesfälle zugerechnet; siehe auch eine aktuelle Riskobeurteilung auf swprs.org und euromomo.eu). Was Anlass zur Sorge gibt, sind neben einer erhöhten Übertragbarkeit des Virus u.a. Studien aus China, wonach bei als geheilt entlassenen Patienten mitunter bleibende Lungenfunktionsschäden festgestellt wurden. Zum Nachdenken gibt auch die Schilderung eines Kölner Internisten (siehe Youtube-Interview ab 14:45), wonach eine im führenden medizinischen Journal „The Lancet“ publizierte Coronavirus-Behandlung mit einer fragwürdigen Kombination an immunsuppressiven und zum Teil hochtoxischen Substanzen tödlich verlaufen könne und aus ärztlicher Sicht ein eindeutiger Kunstfehler sei. Auf diese Weise kämen auch vergleichsweise junge Patienten zu Tode, die gar nicht einer Risikogruppe zugehören und die den Virus ansonsten mit größter Wahrscheinlichkeit überlebt hätten.

Auch gibt es Indizien, dass SARS CoV-2 nicht bloß natürlichen Ursprungs ist, sondern in einem mikrobiologischen Labor hergestellt worden sein könnte (dass derartige Experimente durchgeführt werden, ist aus seriösen Quellen belegt – siehe z.B. eine Publikation im wissenschaftlichen Fachjournal „Nature“ aus 2015: „An experiment that created a hybrid version of a bat coronavirus that causes SARS …“)

Antikörper und Information

Unabhängig von seinem noch ungeklärten Ursprung ist jedenfalls absehbar, dass über kurz oder lang auch unser eigenes Immunsystem vor die Herausforderung gestellt sein wird, den neuen Coronavirus zu bewältigen. Ob das individuelle Immunsystem eines Menschen in der Lage ist, einen Krankheitskeim zu bewältigen oder ob es ihm unterliegt, hängt insbesondere auch von den Informationen ab, über welche die in unserem Blut und Gewebe zirkulierenden T- und B-Lymphozyten verfügen, um maßgeschneiderte Antikörper zu bilden. Sind unserem Immunsystem bestimmte Merkmale körperfremder Stoffe bekannt, dann kann bei Kontakt mit einem Antigen eine effektive Abwehrreaktion und Ausscheidung erfolgen.

Ist es möglich, uns analog zur Funktionsweise des Immunsystems durch richtige Information bzw. innere Haltung auf eine Bewältigung des Coronavirus vorzubereiten?  

Während wir zum Thema Coronavirus gerade in einer Informationsflut an Zahlen und Statistiken untergehen, von der in einem Artikel auf Rubikon treffend festgestellt wird: „Die wesentlichen Fragen zu Corona werden gar nicht erst gestellt — sie stünden Profitmaximierung und Grundrechteabbau nur im Weg“, so fehlt es an Informationen, die dem Menschen ein tieferes Verständnis der gesamten Situation ermöglichen und ihm seine individuelle Handlungsfähigkeit wiedergeben.

Im Gegensatz zu den „Lösungen“, die uns derzeit von Politik und Pharmaindustrie in Aussicht gestellt werden, ist eine Bewusstwerdung des übergeordneten Kontextes der aktuellen Krise mühsam. Wer diese Mühe nicht scheut, der kann in einer aktuellen Betrachtung des Heilpraktikers und Buchautors Heinz Grill fündig werden: „Der Coronavirus: Die Auseinandersetzung mit den Ängsten und Suggestionen stärkt die Abwehrkraft“

Krank durch Überfremdung

Nach Ansicht des Autors sei es das manipulative und suggestive Potential unserer Zeit, das den Menschen regelrecht überfremde und in Konsequenz auch krankmache.  – Wobei es aus einer philosophisch-metaphysischen Sicht bereits die grundlegende Lüge unserer Zeit sei, den Menschen auf eine rein materialistische Existenz zu reduzieren und ihm seinen Geist abzusprechen. Auf diese Weise werde der Mensch nicht nur seiner Würde und seines Selbstvertrauens beraubt, sondern auch seiner Fähigkeit zu einer wirklichen Neugestaltung der Lebensumstände. Der Mensch müsse sich dann ausschließlich von den materiellen Umständen, also auch Viren und sonstigen Krankheitserregern determiniert fühlen und vergesse dabei, dass er selbst maßgeblich zu einer Immunstärkung und Bewältigung von pathogenen Einflüssen beitragen könne. Indem der Einzelne nun von Angst dirigiert wird und seine Fähigkeit zu überschauender Bewusstheit und Handlungsinitiative verliert, erschöpfe sich hingegen sein Immunsystem in nicht ungefährlicher Weise. Durch die gegenwärtigen Maßregelungen werde der Mensch in seiner Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und Beziehungsmöglichkeit drastisch reduziert. Er sei dann umso mehr auf staatliche und konzernwirtschaftliche Systeme angewiesen, in deren Abhängigkeit er sich begeben muss, um vermeintlich existieren zu können. Obwohl er sich in dieser Hoffnung am fortwährenden Bande getäuscht sieht und die rein profitorientierten und zerstörerischen Motive des neoliberal-konzernwirtschaftlich organisierten Systems inzwischen mehr als offensichtlich sind, wird dem Bürger ein vermeintlich bequemes Bild suggeriert: „Experten“ würden die heute anstehenden Probleme für ihn lösen.

Die Verantwortungsabgabe des Bürgers wird hierbei durch ein psychologisch raffiniertes Ansprechen seines Angst- und Sicherheitsdenkens  erkauft. Doch während es zu den Mechanismen der Manipulations- und Herrschaftstechniken heute bereits umfangreiche und sehr scharfsinnige Abhandlungen gibt (siehe z.B. Prof. Mausfeld: „Wie werden Meinung und Demokratie gesteuert“), so bleibt die Frage offen, warum so viele Menschen den bereits offenkundig zerstörerischen Machenschaften weiterhin Folge leisten.

In seiner Schrift „Die Gefallsüchtigen“ spricht der ZDF-Reporter Wolfgang Herles von einem unsichtbaren „Deal“ zwischen Herrschenden und Beherrschten: Politiker werden dafür honoriert, dass sie Tabu-Themen, die das bequeme Weltbild der herrschenden Lehre schlichtweg zerstören würden, erkennen und umschiffen (>> Interview Herles bei KenFM). Herles bezeichnet diese trügerische Form der Stabilität als „chronische Ignoranz“, innerhalb welcher die meisten Menschen systematisch belogen werden wollen. Der konsumorientierte Bürger wolle eigentlich mit Politik „in Ruhe gelassen werden“ und Verantwortung abgeben. Aufklärer haben in einem solchen gesellschaftlichen Milieu naturgemäß keinen leichten Stand. Herles:

„Politische Journalisten stören den Seelenfrieden. Vor allem den all jener Personen, deren Zurechtkommen mit der Wirklichkeit ausschließlich auf Selbstbetrug und Selbsttäuschung beruht.“

Dass auch von Einrichtungen führender demokratischer Staaten aktiv in Richtung Betrug und Täuschung der Bevölkerung hingearbeitet wird, wurde von CIA-Direktor William Casey offen zugegeben:

„Wir werden wissen, dass unser Desinformationsprogramm wirksam ist, wenn alles, was die Öffentlichkeit glaubt, falsch ist.“ (William Casey, 1981)

Wer die Analysen von Prof. Mausfeld verfolgt, kommt nicht umhin festzustellen, dass wir diesen von Casey postulierten Zustand nun womöglich erreicht haben. Eine mittlerweile perfektionierte Medien- und Meinungsmaschinerie hilft dabei, diesen Zustand abzusichern und kritische Stimmen auszugrenzen. Gab es im Falle der Zensur von system- und globalisierungskritischen Stimmen bisher doch auch deutliche Kritik, so drohen derartige Stimmen nun mundtot gemacht zu werden. Inmitten eines  zunehmend in den Panikmodus übergehenden Pandemie-Szenarios kann ein Hinterfragen der herrschenden Meinung schnell als unverantwortliche Gefährdung ausgelegt werden. Geht es jetzt doch um Leben und Tod (als ob das im Gang der Welt nicht auch schon bisher der Fall gewesen wäre) und um die Bekämpfung eines „unsichtbaren Feindes“, wie es der französische Präsident Macron bezeichnete.  Laut Ansage von Macron „befinden wir uns nun im Krieg“. Wer solche Aussagen unwidersprochen entgegennimmt, sollte bedenken, dass in einem Krieg bisher gültige Maßstäbe zivilgesellschaftlichen Lebens suspendiert sind. Auch wie im Krieg mit „Deserteuren“ und „Wehrkraftzersetzern“ verfahren wird, die sich den Einsatzplänen der Herrschenden entgegenstellen, sollte aus der Geschichte bekannt sein. Im Falle von Frankreich darf sich Präsident Macron bereits freuen: Die sozialen Proteste der „Gelbwesten“, die seine Macht beinahe ins Wanken gebracht haben, werden nun durch rigorose Notstandsverordnungen von den Straßen verbannt. Der Einzelne muss sich in seine Wohnung zurückziehen und dort den Anweisungen der Regierung harren.

In einer lesenswerten Betrachtung stellt der Gefängnispsychologe Götz Eisenberg fest, dass ein von der Regierung verordneter Mundschutz auch ein Maulkorb sei und dass „Chinesische Verhältnisse“ nun auch in Europa nicht mehr fern scheinen (>>Mundschutz und Maulkorb – Vom Doppelcharakter der Prävention“). Eisenberg:

„Man übt Praktiken der präventiven Konterrevolution. Der Virus, um den es letztlich und eigentlich geht, ist der Virus des Aufstands, den die Macht fürchtet wie die Pest.“

Immunsystem und Lüge

In seiner vorgenannten Betrachtung, welche sich insbesondere den geisteswissenschaftlichen Hintergründen der Viruserkrankung widmet, zieht Heinz Grill eine Analogie zwischen der Überfremdung des menschlichen Organismus durch einen Virus und der Überfremdung durch Lügen und Manipulation. Auch letztere setzen sich bis ins Innere des Menschen fort und entwickeln ein pathologisches Eigenleben. Wenn sich der Mensch diesem zwar verdrängten, aber mittlerweile unerträglich gewordenen Zeitgeschehen mutig und erkenntnisfreudig gegenüberstelle, dann könne er die in ihn eingedrungenen schädlichen Wirkungen wieder aussondern. So wie auch das Immunsystem krankmachende Keime unschädlich machen kann, sobald es in der Lage ist, diese anhand geeigneter Codierungen zu identifizieren. Die Immunkapazität reife sogar an einer solchen Auseinandersetzung mit dem Destruktiven und werde dadurch stärker, ein ängstliches Zurückziehen und Nichtbeachtenwollen bewirke das Gegenteil: Der Mensch würde auf diese Weise immer schwächer und apathischer, auch seine Gesundheit werde dabei untergraben.

„Lügen besitzen ihren Charakter in ihrer besonderen heimtückischen Determination, wenn sie auf unbewusste Weise von dem Menschen übernommen werden. Die reife Selbstbestimmung, die mit einer guten und objektiven Vorstellungsbildung ausgerichtet ist, stärkt die Regsamkeit des Immunsystems. Nicht nur den Erregern behagt diese Tätigkeit nicht, es beginnen auch die Lügen, die durch Erkenntnis nach Außen in die Ansicht gerückt werden, zu zappeln. Es ist wie wenn Eis in die Sonne gestellt würde. So wie ein Virus im Inneren schleichend und parasitär arbeitet und in geschwächtem Moment des Menschen überhand nehmende Fremdeiweiße mit nachfolgenden Toxinwirkungen produziert, im gleichen Maße werden heute Menschen von Suggestionen überschwemmt und in verhängnisvolle Zustände geführt. Eine Lüge verträgt keinen objektiven Blick, denn wenn dieser mit seiner Souveränität ihr gegenübertritt, wird die heimtückische Reaktion unterbunden.
(…)
Die Auseinandersetzung mit dem sogenannten Bösen, mit dem Antimoralischen, bildet einerseits eine größte Herausforderung für den Menschen, aber sie beinhaltet andererseits die Möglichkeit, die Immunkraft des phagozytären Systems auf intensive Weise zu fördern. Wenn es dem Menschen gelingt, Vorstellungen aus objektiver Anschauung zu bilden, überschreitet er eine Grenze seines eigenen Körpers und entwickelt daraus langsam und sicher jene Kräfte, die er zu einem selbstbestimmten und freien Leben benötigt. Überreaktionen des Immunsystems, die an den Organstrukturen destruierend arbeiten, treten dann ebenso wenig auf, wie passive Erschöpfungen der zellulären Abwehr. Nicht die Viren sollten die Zellsteuerung im Menschen übernehmen, sondern das reife geschulte und freie Bewusstsein des Menschen. Diese Art von Heilspotential müsste für die Zukunft in breitem Maße gefördert werden.“

Resilienz vs. Vulnerabilität

In der Medizin ist es bekannt, dass die Immunfunktion bzw. die Disposition zu Erkrankung oder zu relativ souveräner Bewältigung eines Krankheitserregers auch eine wesentliche psychosomatische Komponente hat. Bei Menschen, die aufgrund ihrer inneren Einstellung auch inmitten widriger Umstände zu einer Aufrechterhaltung oder raschen Wiederherstellung ihrer Gesundheit fähig sind, spricht man von Resilienz. Das Gegenteil von Resilienz ist Verwundbarkeit (Vulnerabilität).

In der Resilienzforschung werden als wesentliche Faktoren „personale, kognitive Faktoren“ genannt, wobei insbesondere „Deutungs- und Sinngebungs-Modelle der Realität“ (Wikipedia) ausschlaggebend seien, ob ein Mensch einer Belastungssituation gewachsen ist oder an ihr zerbricht.

Weitere resilienzfördernde Faktoren wie intakter sozialer Austausch, Angstfreiheit, Selbstbestimmungsfähigkeit („Selbstwirksamkeitserwartung“) sowie Frischluft, Bewegung und Sonnenlicht sind durch aktuell verordnete Maßnahmen stark eingeschränkt. Durch fortwährend verschärfte Bestimmungen zu Quarantäne, Ausgangssperren und Vermeidung des Kontakts zwischen Alt und Jung (auch in Pflegeheimen und Krankenhäusern sollen bettlägerige Großeltern nicht mehr von ihren Enkeln besucht werden) verbleibt uns womöglich bald nur noch der vorgenannte „personale, kognitive Faktor“, um Resilienz aufzubauen.

Doch was ist unter „personaler, kognitiver Faktor“ konkret zu verstehen? Und wie trainiert man die „personale Deutung und Sinngebung“, zu der dieser personale Faktor, den jeder von uns in sich trägt, fähig ist?

Verlust des Atemraums

In einer weitgehend von ökonomisch-technokratischem Nutzendenken geprägten Zeit, in welcher dieser Faktor gerne wegrationalisiert wird, fällt es nicht leicht, über ihn zu sprechen. Tiefgründige Denker wie Erich Fromm konstatieren nicht nur ein Verschüttet-Sein dieses personalen Faktors des Menschen, sondern stellen sogar fest, dass gegen ihn heute regelrecht „Krieg geführt“ werde. Denn in einer zu Normierung und Utilitarismus tendierenden Gesellschaft empfinde man ihn als Störfaktor. Gleichzeitig sei er das Wertvollste, was der Mensch als Individuum besitzt.

Es steht zu befürchten, dass dieser personale Faktor durch die rigorosen Einschränkungen der Persönlichkeits- und Freiheitsrechte nun noch weiter unter Druck geraten und in seinem Atemraum beschränkt wird. Wie können wir diesen Atemraum, der uns aktuell nicht nur im metaphorischen Sinne, sondern auch ganz real eingeschränkt wird, wieder erweitern?

Wer in der derzeitigen, von Angst und existenzieller Verunsicherung beherrschten Situation über die Wiedergewinnung des personalen Atemraums spricht, läuft Gefahr, angefeindet zu werden. Denn dieser personale Faktor des Menschseins ist elementar mit den Fragen von Freiheit, Selbstbestimmung und Wahrheit verbunden. Genauer gesagt: Er kann eigentlich nur in einem Klima von Freiheit, Selbstbestimmung und Wahrheit gedeihen. So darf es in einem Zeitalter der massenmedialen Meinungsmanufaktur nicht verwundern, dass man von Seiten der meinungsbildenden Polit-, Wirtschafts- und Medienorgane einer Emanzipation des individuellen Menschen sehr abhold ist und lieber auf „handfeste“ Maßnahmen setzt – Maßnahmen, mit denen der Mensch von obrigkeitlichen Systemen abhängig bleibt und die bei Ausrufung einer Pandemie und des nationalen Notstands wohl kaum jemand zu hinterfragen wagt, ohne sich sogleich dem Vorwurf auszusetzen, ein „Gefährder“ der Volksgesundheit zu sein.

Es sei hierbei nicht in Abrede gestellt, dass Maßnahmen zu Hygiene und einer Verlangsamung der Infektionsausbreitung tatsächlich sinnvoll und angemessen sind. Allerdings besteht nun die ebenfalls reale Gefahr, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird und der von immer mehr Regierungen beschlossene „Lockdown“ nicht nur zu einer Abwärtsspirale und einem Kollaps der Wirtschaft führen wird (deren Stabilität von Ökonomen bisher bereits bei rückläufigen Wachstumsprognosen von nur wenigen Prozent- bzw. Zehntelprozent-Punkten als bedroht angesehen wurde – aktuell sprechen Ökonomen von einem zu erwartenden Einbruch des BIP im 2. Quartal dieses Jahres von 28%), sondern womöglich auch zu einer in Europa bislang nicht für möglich gehaltenen Außerkraftsetzung von Grund- und Freiheitsrechten und autoritären Verhältnissen. Wie der Journalist R. Rottenfußer in einem jüngsten Artikel auf Rubikon ausführt, sind die Bestrebungen zu lückenloser Überwachung und Abbau der Grundrechte mittlerweile unübersehbar:

„Hat die Panik ein gewisses Ausmaß erreicht, wird die Freiheit obsolet, Selbstbestimmung zum unverantwortlichen Risiko für die Volksgesundheit. Dann hat die Macht erreicht, was ihr ohnehin am liebsten ist: ein Volk, das von Angst getrieben seiner eigenen Entrechtung zustimmt.“

Ein Blick in eine in Dänemark vor wenigen Tagen beschlossene Gesetzesnovelle lässt erahnen, in welche Richtung die Reise nun geht, wenn wir nicht wachsam sind. Demnach hat sich die Regierung unter anderem folgende Befugnisse eingeräumt:  Enteignung von Privateigentum, Zwangstestungen, Zwangsbehandlungen und Zwangsimpfungen, die nötigenfalls durch exekutive Gewalt durchgeführt werden. Ein Gesetzesentwurf, wonach die Polizei die Möglichkeit hat, Räumlichkeiten ohne gerichtliche Anordnung zu betreten, wurde vorerst abgelehnt (Quelle: Stern).

Auch die Pharmaindustrie wittert wie bereits zu Zeiten der Schweinegrippe-Pandemie ihre Chance zu astronomischen Umsätzen mit Impfungen, die das Problem lösen sollen – wenngleich das für vormals kerngesunde Menschen mitunter nicht ohne Nebenwirkungen vonstatten geht. So wie etwa bei hunderten jungen Skandinaviern, die im Zuge der Schweinegrippe-Pandemie von 2010 aufgrund einer Impfung, die sie vor der Krankheit schützen sollte, stattdessen unheilbar krank wurden und nun unter Narkolepsie bzw. Schlafkrankheit leiden (Quelle: DiePresse;  vgl. Studie von Keil et al, 2011: „The invention of the swine-flu pandemic”). Zur Erinnerung an die Verknüpfung von Pharmaindustrie und Politik hier ein schon etwas älteres Statement des damaligen deutschen Gesundheitsministers Horst Seehofer (>>Youtube).

Auch die Gelegenheit zur Zentralisierung und Bündelung von Macht erscheint günstig wie noch nie. In einem jüngsten Artikel des Spiegel wird sogar eine bis vor Kurzem noch als Verschwörungstheorie bezeichnete Forderung offen ausgesprochen: „Krisen wie diese bräuchten eine Art Weltregierung.“

Wiedergewinnung des Atemraums

Doch kommen wir zurück auf das produktive Feld der Betrachtung, zur Resilienz und zum „personalen Faktor“ des Menschseins. Ob sich der Mensch dem Coronavirus resilient oder vulnerabel (verletzbar) gegenüberüberstellt, hängt nach Aussage von Heinz Grill im eingangs erwähnten Artikel wesentlich von seiner inneren Aktivität ab.

Zur Erkraftung des Immunsystems bedürfe es geradewegs jener Auseinandersetzung, die heute aus vermeintlicher Bequemlichkeit zumeist vermieden werde: Die Konfrontation mit den Lügen und Manipulationen unserer Zeit. Um diese Fremdeinflüsse aus dem eigenen Inneren zu eliminieren, muss man deren Wirkungsmechanismus verstehen. Dieser ist allerdings einigermaßen raffiniert:

„Die Einflüsterungen der Zeit mit ihren suggestiven Elementen und die Bindungen, die man in sich trägt, gehören in der Regel wie zwei Geschwister zusammen … die Vernunft ist durch die Angstsituation des Verlustes von Bindung vielfach bestimmt. Das Bindungspotential tritt in eine Art unausgesprochene, ungesehene Symbiose mit den Einflüsterungen der Interessenslage der Zeit.“

Diese unterbewusste Kondition – welche auch der Grund dafür ist, dass so viele Bürger Politikern folgen, deren unlautere Motive bereits für jedermann längst offenkundig sind (vgl. dazu oben W. Herles) – sorgt somit dafür, dass wir uns mit krankmachenden Einflüssen, die wir von unserem Innersten eigentlich nicht tolerieren und abwehren müssten, verbinden. Es besteht heute allerdings die große Aufforderung, alte Anlagen zurückzulassen, sich neue Gedanken und Sichtweisen zu erarbeiten und das Leben mit eigenständig formulierten Idealen neu zu formen. Indem man es nun vermeidet, im kollektiv-medialen Suggestivgeschehen mitzuschwimmen, Reservehaltungen und ängstliche Zwänge überwindet und die Auszeit, die uns nun durch Ausgangssperren auferlegt ist, dazu nützt um mit umso größerer Entschiedenheit neue Gedanken und persönliche Ziele zur Erkraftung zu führen (wem dazu die Ideen fehlen: z.B. einfach ein gutes, altes Buch aus dem Regal ziehen) und dabei gegenüber seinem Umfeld bewusst empathisch, wahrnehmend, beziehungsfreudig und interessiert bleibt, der kann seinen Immunstatus gegenüber herandrängenden Viren wesentlich stärken – und nicht nur seinen, auch den seiner Mitmenschen. Wer dies bewerkstellige, habe damit die besten Voraussetzungen für eine stabile Gesundheit und Psyche, auch in Zeiten einer kollektiven Krise:

„Das Immunsystem arbeitet in praktischer Hinsicht immer zur maximalen Wahrung der Integrität des Menschen. Diese Integrität des Menschen bedeutet, dass der Mensch keinesfalls von Fremdem bestimmt wird, sondern dass er sich von dem, was seiner Entwicklung angemessen ist, in das Leben hineinbringen lernt.
(…)
Die Angst in diesem Ausmaße, wie sie unbewusste, ergreifende Reaktionen freisetzt, umhüllt den Menschen wie eine vergiftete Atemluft. Die aufkommenden Reaktionen heißen ja nichts anderes, als dass der Bürger den Mut nicht aufbringt, zu seinem eigenen Potential und zu seiner Fähigkeit, dass er eine Sache objektiv denken, vorstellen und beurteilen kann, zu stehen. (…) Da heute die Wege bestehen, die Menschheit vor der Wirklichkeit abzulenken und sie sogar zu steuern, kann man eine individuelle Erkraftung des Einzelnen verhindern und neue Abhängigkeiten fördern. Der Virus aber ist tatsächlich wie symptomatisch, er übernimmt eine Art Steuerung bis hinein in die Erbstrukturen und der Mensch selbst ist diesem ausgeliefert.
(…)
Nun darf man nicht dem Fehler verfallen und sagen, dass Integrität eine Art Konservierung sei, bei der der Mensch zu alten und scheinbar sicheren Strukturen zurückkehrt. Zur Entwicklung bedarf es immer einer gesunden Anschauungsbildung und einem lebendigen Ablösen von subjektiven Eigenheiten. Er lernt, Urteile und Erkenntnisse zu entwickeln, die er nicht aus seinem Genetischen schöpfen kann, sondern die er in Kraft seiner Auseinandersetzung mit den verschiedenen Phänomenen der Wirklichkeit entwickelt. Er kann dann einen Erreger besser abwehren oder gegenüber diesem souverän bestehen. Wie bildet sich der Mensch seine Vorstellungen? Bildet er sie sich aus wirklicher Anschauung oder übernimmt er die Suggestionen, die ihm eingeflüstert werden und denkt, dass es seine eigenen Überlegungen seien? Zur Heilung einer Virusinfektion muss die Fähigkeit, die mit dem 30. Lebensjahr in die Entwicklung kommt, genützt werden. Der Einzelne lernt, die verschiedenen Verhältnisse eigenständig zu ordnen (…)  dann kommt das, was nicht nach innen gehört, nach außen und das, was gesunderweise von außen herein organisiert werden soll, nach innen und somit entwickelt man eine gesunde Integrität. Solange der Virus über den Körper reaktiv ist, fällt es dem Menschen schwer, eine freie Zukunftsvision zu entwickeln. Er braucht eine weit ausgedehnte Denk- und Vorstellungstätigkeit, die sich nicht aus den Ängsten und Emotionen des Leibes bildet, sondern aus einer freien Tätigkeit des Bewusstseins selbst.“

(Quelle: Heinz Grill – „Der Coronavirus: Die Auseinandersetzung mit den Ängsten und Suggestionen stärkt die Abwehrkraft“)

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(Text: Mario E. Nette, Fotos: Creative Commons CC BY 4.0 – no attribution)

Sonnenläufer in Platons Schattenhöhle

Die Wetterprognose ist leider wenig erfreulich: Es wird nass und kalt werden …

Wohl kaum ein anderes Bild aus der klassischen Philosophie spiegelt die Situation des heutigen Menschen derart anschaulich wider wie Platons Höhlengleichnis. Die hierbei skizzierte Situation hat sich heute sogar noch zur Potenz gesteigert, dank den Möglichkeiten einer mittlerweile perfektionierten Werbe- und Entertainmentindustrie jedoch auf raffinierte Weise kompensiert: Wir sitzen sinnbildlich in einer schwach beleuchteten, unterirdischen Behausung und wohnen einem Schattenspiel bei. Durch angeblich „alternativlose“ Sachzwänge an einen Stuhl gefesselt, können wir unseren Kopf nicht wenden, sondern lediglich in eine bestimmte Richtung blicken – auf eine Wand, an welche allerlei Schattengebilde projiziert werden. Die Lichtquelle, aufgrund derer die Schattengebilde überhaupt erst entstehen, befindet sich hinter uns, weit außerhalb des gewohnten Blickfeldes, auf das wir von Kindheit an konditioniert wurden.

Solange das „Programm“, das wir an der Wand zu sehen bekommen, unterhaltsam und der Sitz auf unserem Stuhl einigermaßen bequem ist, kommen wir auch nicht ohne Weiteres auf die Idee, an dieser Szenerie etwas zu ändern.

Neuerdings hat jedoch eine dramatische Entwicklung eingesetzt: Es beginnt nass und kalt zu werden. Regen dringt in die bislang komfortable Höhle ein und führt dazu, dass unsere Füße unter Wasser stehen. Viele von uns beginnen unruhig zu werden, denn der Wasserpegel steigt permanent weiter an und es ist bereits absehbar, dass womöglich bald die gesamte Höhle unter Wasser stehen wird. Für diejenigen, die dann immer noch auf ihren Stühlen verharren, bestehen also keine besonders rosigen Zukunftsaussichten.

Mit nassen Füßen in Platons Schattenhöhle Wie aus dieser prekären Situation entkommen?

Um uns aus der Situation, in der die meisten von uns bisher ‚gut und gerne‘ gelebt haben, die aber zunehmend verhängnisvoll wird, zu befreien, bedarf es zunächst einmal des Ablegens der Bande, die uns am Stuhl halten wollen. Eine zunehmende Anzahl an Menschen hat auch bereits damit begonnen, diese Bande abzulegen, indem sie der Berichterstattung bislang akzeptierter Autoritäten aus Politik und Medien nicht mehr traut und stattdessen in alternativen Medien nach einer Erklärung der aktuellen Geschehnisse sucht.

Und in der Tat gab es in den letzten Jahren vielerlei bemerkenswerte und scharfsinnige Analysen, welche den Niedergang auf politischer, ökonomischer, ökologischer, finanzmarkttechnischer, medialer und sozialer Ebene beschreiben und welche die Funktionsweise massenmedialer Manipulations- und Herrschaftstechniken beleuchten (siehe z.B. Prof. Rainer Mausfeld: „Wie die Lämmer zum Schweigen gebracht werden“). Dennoch ist unübersehbar, dass es weiter rapide bergab geht.

Inmitten zunehmender Verunsicherung und existenzieller Ängste wird unter den auf ihren Stühlen sitzenden (Hitech-)Höhlenbewohnern der Schrei nach einer „vernünftigen“ Politik und nach Garantien zur Sicherung des Wohlstands laut. Und unsere Politiker samt ihren Beratergremien und wissenschaftlichen Experten sind auch fortwährend damit beschäftigt, eine Vielzahl neuer Maßnahmen und Konzepte auszuarbeiten, die in einer aus den Fugen geratenden Welt wieder für Stabilität, Wirtschaftswachstum und Fortschritt sorgen sollen. Allerdings stellen sich die zunächst fortschrittlich anmutenden Konzepte meist sehr schnell als Sackgasse heraus, die nicht nur zum Status Quo zurückführt, sondern sogar in noch tiefere Abhängigkeiten und Ausweglosigkeit. Indes steigt der Wasserpegel weiter an. Denjenigen Höhlenbewohnern, die auf etwas tieferer Ebene sitzen, reicht er schon bis zum Hals. Auch diejenigen, die den Vorzug besaßen, auf etwas erhöhter Position zu sitzen und bislang noch leicht Lachen hatten, bekommen nun kalte Füße.

Wegweiser

Doch auch diejenigen, die sich bereits von ihren Fesseln befreit haben, von den Stühlen aufgestanden sind und sich umgedreht haben, irren nun wie orientierungslos durch den Raum und finden keinen Ausgang. Sie sind jetzt mit demjenigen Problem konfrontiert, das auch Platon in seinem Gleichnis schildert: Nachdem ihre Augen über lange Zeit auf eine schattenhafte Kulisse geblickt haben und nur mit der Logik der „Wissenschaft von den Schatten“ [Link / Artikel in Arbeit] vertraut gemacht wurden, sind ihre Augen nun, da sie sie sich endlich in diejenige Richtung umwenden, aus der die Sonne in die Höhle dringt, schmerzhaft vom Licht geblendet und verwirrt.

In dieser Situation der Blendung und Verwirrung fehlt es an notwendigen Mitteln zur Orientierung. Ohne Kompass, Karte und Wegweiser, die einem andeuten, in welcher Richtung sich der Weg nach oben befindet, ist man natürlich leicht geneigt, sich zu verlaufen oder einem der zahlreichen Irrlichter zu folgen, die nun ebenfalls die Aufmerksamkeit an sich ziehen möchten.

Gerade was diese „Wegweiser“ angeht, macht uns Platon in seinem Werk auf etwas aufmerksam, was uns in den Schulbüchern des Geschichtsunterrichts verschwiegen wird: Dass es zu allen Zeiten Menschen gegeben hat, die den Weg aus der Gebundenheit in einem illusionären Schattenspiel hinauf zum Sonnenlicht geistiger Erkenntnis in pionierhafter Weise bereits beschritten haben und danach fähig waren, ihren Mitmenschen von den ganz anders gearteten Gesetzmäßigkeiten zu berichten, welche außerhalb der Schattenhöhle auf der Ebene des Sonnenlichtes herrschen.

Sol Invictus / Heliodromus (3./4. Jhdt. n. Chr., Public Domain/wikimedia)

Sonnenläufer oder „Sonnenhelden“ (lat. heliodromus) nannte man solche Personen in alten Schriften und Überlieferungen. Das mag für heutige Begriffe pathetisch und anmaßend klingen, ist aber bei näherer Betrachtung eine nicht unpassende Terminologie für diejenigen Individualitäten, die es geschafft hatten, sich aus der mit der menschlichen Freiheit notwendigerweise einhergehenden Tendenz des Chaos und des Abreißens aller naturgegebenen bzw. kosmischen Rhythmik, wie sie den Umlaufbahnen der Gestirne zu eigen ist, zu befreien und welche die Kraft erlangt haben, den Rhythmus ihres Lebenslaufes gleich den regelmäßigen Umlaufbahnen der Gestirne um ein inneres, sonnenhaftes Zentrum darzuleben – nun allerdings nicht mehr unter Determination, sondern aus freiem Willen und auf kreativ- individualisierte Weise zum Wohle ihrer Mitmenschen und der gesamten Welt (siehe auch Platons Idee des „Guten“ als Ursprung aller Tugenden im Sonnengleichnis).

Jeder Mensch ein Sonnenläufer

Der Sonnenläufer bzw. „Sonnenheld“ ist also nicht bloß eine historische mythologische Figur, sondern ein allgemein-menschliches Entwicklungsideal, das gerade in unserer Zeit von höchster Aktualität ist und an das wir uns graduell annähern können, indem wir zu „Philosophen“ werden (nach wörtlicher Übersetzung: zu „nach Weisheit strebenden“ bzw. Weisheit-liebenden Menschen; von griech. philos=Freund und sophos/sophia=Weisheit). Es ist also nicht bloß besonders genialen oder begnadeten Menschen vorbehalten, ein Sonnenläufer bzw. ein Sonnenheld zu werden. Jeder von uns hat das Potential dazu. Einen solchen Sonnenhelden in sich zu gebären, ist auch das Sinnbild des Weihnachtsfestes, das in alten Kulturen schon vor der christlichen Zeitrechnung gefeiert wurde.  

Pythagoras etwa war ein solcher Sonnenheld. Was wir in den Schulbüchern über ihn erfahren, ist jedoch in der Regel nicht mehr, als dass er Mathematiker war und wir ihm den Satz der Winkellehre a2+b2=c2 zu verdanken haben. Den wenigsten ist wohl bekannt, dass der Satz des Pythagoras in Wirklichkeit nur ein vergleichsweise unbedeutendes Nebenprodukt eines Universalgelehrten war, der seinerzeit fast die gesamte Welt bereist hat, um Weistümer über den Zusammenhang von Mensch und Kosmos zu sammeln, in welche er in ägyptischen, babylonischen, arabischen und indischen Mysterienschulen eingeweiht wurde und welche er in einer eigenen Schule an zahlreiche Schüler weitergab. Laut Heraklit war Pythagoras derjenige Mensch, der das allermeiste Wissen über die verborgenen Zusammenhänge des Daseins gesammelt habe. Heute sind nur noch Fragmente dieses Wissens erhalten, der größte Teil wurde vernichtet. Ein wütender Mob des Volkes, aufgestachelt durch systematische Hetzkampagnen seines adeligen Gegners Kylon, stürmte die Behausung der Pythagoreer und lynchte den Weisheitslehrer. Auch seine in Süditalien und Sizilien ansässigen Schüler wurden systematisch verfolgt und umgebracht.

Pythagoras ereilte damit dasjenige Schicksal, das auch Platon in seinem Höhlengleichnis  als Gefahr für alle diejenigen schildert, die den Höhenweg zu den sonnenhaften Urbildern gegangen sind und nun ihren in der Höhle gefangenen Mitmenschen von den geistigen Realitätsebenen berichten wollen. Dazu Sokrates in Platons Dialog:

 „Und wenn er sich unterstände, sie zu entfesseln und hinauszuführen, – würden sie ihn nicht ermorden, wenn sie ihn in die Hände bekommen und ermorden könnten?“
„Ja, gewiss“, antwortete er.

Kompasse, Karten und Wegweiser werden auf diese Weise vernichtet und stehen der Menschheit nicht mehr, oder zumindest nicht mehr im notwendigen Maße, zur Verfügung.

Die Landschaft hat sich verändert

Mit derartigen Kompassen, Karten und Wegweisern – sprich den Erkenntnissen der wirklichen Philosophen und Geistesforscher – verhält es sich allerdings ähnlich wie mit der Topographie einer Landschaft samt darin eingezeichneter Wander- und Verkehrswege sowie Flüssen: Diese Topographie bleibt nicht gleich, sondern ändert sich fortwährend. Jeder, der schon einmal mit einer alten Wanderkarte im Rucksack im Dickicht gelandet ist und jeder, der in Zeiten, als es noch kein Navi gab, mit seinem Auto nach einer zwar auf der alten Karte eingezeichneten, aber bereits umgebauten Straße gesucht hat, weiß davon ein Lied zu singen. Schon zu Lebzeiten können wir gravierende Veränderungen der uns umgebenden Topographie erleben.

Noch viel fundamentaler sind die über längere Zeiträume von Jahrhunderten und Jahrtausenden zustande kommenden Umwälzungen. Sogar die Erdachse und der geographische Nordpol bleiben nicht an derselben Stelle, sondern verschieben sich. Ähnliche Veränderungen betreffen auch die Konstitution des Menschen und seine psychische Verfasstheit. Es ist daher nicht ohne Weiteres möglich, auf alte Landkarten zurückzugreifen und Wege zu beschreiten, die zwar in früheren Kulturepochen real gültig waren, aber heute nicht mehr gangbar oder zumindest für die postmodernen Fahrzeuge, in denen wir uns heute fortzubewegen pflegen, nicht mehr angemessen sind.

So fühlen sich heute nicht wenige Menschen, die des Materialismus überdrüssig sind, von altindischem Yoga, der Spiritualität der Indianer oder dem Mystizismus des Mittelalters angezogen, machen dann jedoch die Erfahrung, dass sich derartige Wege, obwohl sie durchaus tiefgründige Wahrheiten enthalten, nur schwer in die heutige Zeit und ins Sozialleben integrieren lassen. Eine zunehmende Kluft zwischen Ideal und Alltagspraxis baut sich auf.

Aufgrund der mitunter drastisch veränderten Bedingungen braucht es daher für jede Zeit neu geeichte bzw. in authentischer Weise erarbeitete Kompasse, Karten und Wegweiser. Derartige Kompasse, Karten und Wegweiser, die den heutigen Zeitbedingungen und ihren Notwendigkeiten angemessen sind, darzustellen, ist das Anliegen dieser Website.

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„Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft“ (Prof. Christian Kreiß)

In einem jüngsten Interview spricht der Volkswirtschaftler und ehemalige Investment-Banker Prof. Dr. Christian Kreiß nicht nur über den drohenden Kollaps unseres Systems, sondern auch darüber, wie es sich anfühlt, wenn man realisiert, dass praktisch alle Grundannahmen der herrschenden Lehre falsch sind und man „ein Vierteljahrhundert seines Lebens verschwendet“ hat …. wie sich der Mensch in dieser Situation entscheiden muss, entweder vollkommen umzudenken oder den Weg ins Verderben zu gehen – und warum nicht wenige den letzteren Weg wählen.

Prof. Kreiß spricht damit eine Weggabelung an, vor der heute nicht nur Betriebs- und Volkswirte stehen, sondern im Prinzip jeder Mensch.

Im Sinne einer nicht bloß nutzenorientierten Denkungsweise, angeregt u.a. durch eine Begegnung mit dem Werk Rudolf Steiners, hat Prof. Kreiß sein neues Buch „Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft“ zum kostenfreien Download bereitgestellt:

>> www.menschengerechtewirtschaft.de

In diesem Buch wird nicht nur beschrieben, wie Wahrheit im heutigen System der Wissenschaft systematisch ausgeschaltet und wir in einem Zustand von „Trivialität und Leere“ gehalten werden, sondern auch, wie einfach wir diese Verhältnisse verändern könnten. Wir müssten dazu lediglich die derzeit vorherrschenden, „mephistophelischen“ Glaubenssätze in ihr Gegenteil umformulieren.

Eine menschengerechte und nachhaltige Zukunft wäre somit jederzeit möglich – sobald wir uns die kreative Schaffenskraft des menschlichen Geistes zunutze machen.

(Eine kurzweilige Zusammenfassung des „Mephisto-Prinzips“ bzw. seines neuen Buches gibt Prof. Kreiß auch in einem Vortrag auf Youtube.)  

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„Unsere schlimmsten Befürchtungen sind eingetreten …“ – Über Stacheldraht im Kopf und die Besiegelung von 3600 kirchlichen Missbrauchsfällen an Minderjährigen

Untergang eines Monopols

Wer in der Kirche heute noch Geistlichkeit sucht, greift schon seit Längerem ins Leere. Dass man sich hierbei vom Etikett der Kirche nicht täuschen lassen dürfe, hat schon Joachim-Ernst Berendt zum Ausdruck gebracht. Seiner Ansicht nach sei es heute eher so, dass man „den Christus vor der Kirche retten“ müsse.

Immer mehr Menschen spüren, dass sie von der Kirche um einen wesentlichen Aspekt des Lebens betrogen werden und wenden sich von dieser Institution ab. Ein „annus horrabilis“ – ein furchtbares Jahr – sei das letzte Jahr gewesen, gab ein Kardinal der katholischen Kirche zu, als er auf die exponentiell steigende Anzahl an Kirchenaustritten angesprochen wurde. Gleichwohl wollen die Verwalter dieser Institution (siehe auch das nach über 20 Jahren des Verbots neuaufgelegte Buch „Herren und Knechte der Kirche“ von Prof. Mynarek) dem Verlust ihres bisherigen Glaubensmonopols nicht tatenlos zuzusehen und ergreifen entschiedene Gegenmaßnahmen.

Die hierbei angewandten Strategien, um die Emanzipation des individuell gewordenen Menschen zu stoppen, mögen mittelalterlich anmuten und in jeder Hinsicht gegen geltende Grundrechte verstoßen, sind aber dank der finanziellen Ressourcen und einer intensiven Verflechtung der Kirche mit medialen, staatlichen und justiziellen Einrichtungen insbesondere in Deutschland nicht minder wirkungsvoll. Da auch Politikern sowie etablierten Presse- und Rundfunkmedien zunehmend das Vertrauen der Bürger abhanden kommt, haben auch diese Institutionen bzw. die „Vierte Macht im Staate“ ein Interesse daran, dass etablierte Autoritäts- und Machtverhältnisse gewahrt bleiben und die Bürger nicht zu sehr zu ihrer Mündigkeit erwachen. In dieser unausgesprochenen, aber gleichwohl evidenten Intention treffen sich die Interessen von staatlichen, medialen und kirchlichen Institutionen – vgl. Erich Fromm, wonach die Kirche

„die Aufgabe hat, die psychische Selbständigkeit der Massen zu verhindern, sie intellektuell einzuschüchtern, sie in die gesellschaftlich notwendige infantile Gefügigkeit den Herrschenden gegenüber zu bringen“.

Unerträgliche Verfilzung und Show

Eine Verfilzung von Kirche, Medien und Justiz, wie sie insbesondere in Süddeutschland bzw. Bayern gegeben ist, sucht europaweit seinesgleichen. So haben sich in einer jüngsten Auskunft der bayerischen Generalstaatsanwaltschaften nach eineinhalb Jahren Ermittlungszeit nun auch die schlimmsten Befürchtungen erfüllt und wird in keinem einzigen der 3677 Fälle von sexuell missbrauchen Minderjährigen, welche die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) 2018 in einem Dossier aufarbeiten musste, Anklage erhoben. Fast alle Ermittlungen gegen straftatverdächtige Kirchenvertreter wurden mittlerweile eingestellt (Quelle: Focus, 19.01.2020), zumeist aufgrund formalrechtlicher Verjährung. „Das war alles nur Show – mehr nicht“, kommentierte der Kriminologe Christian Pfeiffer in einem dpa-Interview. Die Kirche habe eine transparente Aufarbeitung des Skandals von vornherein verhindert.

Ehrenwerte Herren auf Freigang (Es gilt die Unschuldsvermutung)

Obwohl es also längst an der Zeit wäre, dass eine Aufklärung und staatsanwaltliche Maßregelung der kriminellen und verfassungsfeindlichen Agitation der Kirche erfolgt, die weit über fortwährende Missbrauchsskandale hinausgeht und auch tief in grundrechtlich festgeschriebene Glaubens-, Meinungs- und Gewissensfreiheit der Bürger hineingreift (siehe H. Mynarek über „Die neue Inquisition“ >>Die Kirche und die systematische Zerstörung des Geistes), damit nicht nur gesellschaftspolitischen Stillstand, sondern sogar gefährliche Regression bewirkt, so findet Kirchenpolitik von staatlichen und medialen Institutionen weiterhin Duldung und Unterstützung.

Wer eine derartige Verfilzung von Staat, Medien und Kirche in heutiger aufgeklärter Zeit nicht für möglich hält, hat noch nie hinter die Kulissen dieser Einrichtungen geblickt. Einen solchen Einblick hinter die Kulissen gibt etwa der Kirchen-Insider Prof. Dr. Hubertus Mynarek in nachfolgendem Video-Interview. Mynarek weiß, wovon er spricht. Als ehemaliger Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und erster Theologie-Professor im deutschsprachigen Raum des 20. Jahrhunderts, der es wagte, aus der katholischen Kirche auszutreten, ist er selbst in die Mühlen des kirchlich-medialen-justiziellen Netzwerkes geraten, wie es speziell in Bayern aufgespannt ist.

Bericht aus dem Leviathan: Wo der Hammer hängt …

Das von NuoViso gefilmte Interview mit dem heute 91jährigen Ex-Dekan ist ein Zeitzeugnis der besonderen Art. In ihm erfährt man, dass die Kirche, die mit ihrem „Hexenhammer“ jahrhundertelang für Unterdrückung und Schrecken gesorgt hat, auch heute noch weiß, wo der Hammer hängt. Wenn es notwendig ist, wird dieser Hammer sogar bayerischen Ministerpräsidenten vors Auge gehalten. So wie dies ein Delegierter des Kardinals gegenüber Prof. Mynarek bekundet hat, als sich dieser einem von der Kirche angebotenen Bestechungsversuch verweigerte:

„Hier hat schon Franz-Josef Strauß gesessen. Der hat auch nicht an die Kirche geglaubt … – Aber an die Macht der Kirche hat er geglaubt!“

Angesichts eines derartigen Selbstverständnisses der Kirchenherren, das sich sogar auf höchste Politebenen erstreckt, braucht es dann auch nicht zu wundern, dass man ebenso dem kleinen Mann bzw. der kleinen Frau auf der Straße den rechten Weg weisen möchte. Denn wenn die Schafe einmal aus dem verstaubten Gatter ausgebrochen sind und frische Luft geatmet haben, dann werden sie womöglich nicht mehr zu ihren Schäfern zurückkehren. Es gilt daher, das Gatter abzusichern. Dabei wird der Stacheldraht allerdings nicht mehr im Äußeren gezogen, das würde der freiheitlich orientierte Bürger heute nicht akzeptieren. Wie der Kabarettist Volker Pispers feststellt, wird der Stacheldraht heute jedoch in unseren Köpfen gelegt – was nicht minder wirkungsvoll sein kann, solange wir den Sachverhalt nicht durchschauen (>>siehe „Katharerkriege 2.0″).

Das nachfolgende Video-Interview kann einem dazu die Augen öffnen. Der Publizist Fritz Erik Hoevels bezeichnet das im Interview behandelte, nach 28 Jahren neuaufgelegte Buch Mynareks als „Bericht aus dem Leviathan der genuinen und substanziellen Intoleranz“. Mynarek mahnt an, dass die Scheiterhaufen heute „noch nicht mehr“ brennen und wir bei Duldung und Fortführung des ungesehen, aber maßgeblich von der Kirche vergifteteten gesellschaftlichen Klimas der Intoleranz gegen Andersdenkende erneut in ein Desaster schlittern könnten.

[Warnung: Viele Seher haben berichtet, dass das Video ihr bisheriges Weltbild über eine trotz aller Vorkommnisse bislang doch als ehrwürdig erachtete Institution nachhaltig erschüttert hat und sie danach nie wieder ein Kirchengebäude betreten haben.]

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„Was keiner wagt …“ (Gedicht von Lothar Zenetti)

In einem jüngsten Artikel der nzz wird davor gewarnt, dass die 2020er Jahre eine „Zombie-Dekade“ werden könnten.

Um sich dieser drohenden Zombiefizierung in einem massenmedial geprägten Zeitalter zu entziehen, können uns die Worte von Lothar Zenetti ein helfender Ariadnefaden sein. In einem zeitlosen Gedicht fordert uns Zenetti dazu auf, herrschende Ansichten nicht gedankenlos zu übernehmen, sondern neue Wege zu gehen und sich mutig in einem individuellen Standpunkt zu gründen.

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen
Was keiner sagt, das sagt heraus
Was keiner denkt, das wagt zu denken
Was keiner anfängt, das führt aus.

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben
Wenn alle mittun, steht allein.

Wo alle loben, habt Bedenken
Wo alle spotten, spottet nicht
Wo alle geizen, wagt zu schenken
Wo alles dunkel ist, macht Licht.

(Text: Lothar Zenetti)

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